Manchmal macht das Leben einen Zug, mit dem niemand gerechnet hat. Und manchmal ist es ein Zug, gegen den selbst der beste Schachspieler keine passende Antwort mehr findet.
Mit Bruno Fiori hat uns ein Mensch verlassen, der dem Schach und seinem Verein über Jahrzehnte eng verbunden war. Als Mitbegründer der Schwarzen Dame Osterfeld 1988 hat er nicht nur auf den 64 Feldern seine Spuren hinterlassen, sondern vor allem im Vereinsleben und in den Herzen der Menschen, die ihn kannten.
38 Jahre lang war Bruno der erste und einzige Vorsitzende des Vereins. Eine Leistung, die für sich spricht und die man gar nicht hoch genug einschätzen kann. Vier Jahrzehnte Vereinsgeschichte – und immer derselbe Mann an der Spitze! Während andere vielleicht irgendwann über einen Vorstandswechsel nachdachten, dachte Bruno offenbar eher darüber nach, was als Nächstes noch erledigt werden musste.
Denn Bruno war nicht nur Vorsitzender auf dem Papier. Er war Organisator, Ansprechpartner, Kümmerer, Problemlöser und Mädchen für alles. Nahezu sämtliche Arbeiten, die im Vereinsalltag anfielen, nahm er selbst in die Hand. Wenn etwas zu erledigen war, musste man nicht lange fragen, wer sich darum kümmern würde: Bruno machte es einfach. Verlässlich, selbstverständlich und mit einem Einsatz, der seinesgleichen sucht.
Nun wird schmerzlich deutlich, wie viel an einer einzigen Person hängen kann. Einen neuen Vorsitzenden kann man vielleicht finden, Aufgaben kann man verteilen und Ämter neu besetzen. Aber Bruno Fiori als Persönlichkeit, als Motor und als Seele des Vereins lässt sich nicht einfach ersetzen. Die Lücke, die er hinterlässt, ist riesengroß. Es wird für die Schwarze Dame Osterfeld eine gewaltige Herausforderung sein, das aufzufangen, was Bruno über 38 Jahre ganz selbstverständlich geleistet hat.
Besonders eng war sein Weg über viele Jahre mit mir verbunden. Uns verband weit mehr als die gemeinsame Leidenschaft für das königliche Spiel. Wir waren Weggefährten, Mitstreiter und Teil einer gemeinsamen Schachgeschichte. Es wurden Partien gespielt, Ideen ausgetauscht, Pläne geschmiedet und sicher auch so manche Diskussion geführt, bei der nicht immer sofort Einigkeit herrschte. Denn unter Schachfreunden gehört es schließlich dazu, dass jeder glaubt, den besseren Zug gefunden zu haben.
Bruno wusste: Im Schach braucht man Geduld, einen klaren Kopf und manchmal auch eine gehörige Portion Bauernschläue. Dass nicht jede Partie nach Plan verläuft, dürfte ihm bestens bekannt gewesen sein. Schließlich weiß jeder Schachspieler: Man kann noch so lange über den nächsten Zug nachdenken – manchmal kommt das Leben einem einfach zuvor.
Vielleicht sitzt Bruno inzwischen an einem anderen Schachbrett. Dort gibt es hoffentlich keine Vorstandssitzungen, keine Kassenberichte, keine Turnierorganisation und keine unerledigten Vereinsaufgaben. Und vor allem keine Zeitnot! Wobei wir uns gut vorstellen können, dass Bruno auch dort schon wieder dabei ist, alles in die Hand zu nehmen und den Laden am Laufen zu halten.
Lieber Bruno, 38 Jahre Verantwortung, Engagement und unermüdlicher Einsatz sind mehr als nur eine beeindruckende Amtszeit. Sie sind ein Lebenswerk. Du hast diesen Verein entscheidend geprägt und ihm ein Gesicht gegeben.
Dein letzter Zug ist gespielt. Aber das, was Du geschaffen hast, wird weiterleben – in Deinem Verein, in den gemeinsamen Erinnerungen und in den Menschen, die Dich auf Deinem Weg begleitet haben.
Schachmatt ist nicht das Ende der Erinnerung.
Danke für alles, Bruno. Wir werden Dich vermissen.
Ruhe in Frieden!
Dein alter Freund Bernd und alle die , die mit Dir ihrer Leidenschaft nachgehen durften



